Rio de Janeiro

Ein ganzes Jahr Reisen will wohlgeplant sein! Und will man sich einer gewissen (und bei einem Jahr durchaus realistisch notwendigen) Flexibilitaet sicher sein, bedeutet das im Umkehrschluss noch mehr Planung.

Schon vor dem irgendwie traurigen aber doch schoenen Abschied von meinen Kollegen in Muenchen liefen daher die Planungsdraehte heiss. Einfach mal drauf losfliegen wie in einem Pauschalurlaub ist hier nicht, schon garnicht bei einem ersten Kontinent wie Suedamerika. Das bedeutet fuer die Vorbereitung Projektmanagement, Recherche, Budgetplanung, Organisation und Belastbarkeit, waehrend des Jahres kommen dann noch laufendes Controlling, Krisenmanagement, Fremdsprachen und Flexibilität dazu.

Da es im Osten runter und im Westen wieder hoch gehen sollte, war das erste Ziel nach einigem Hin und Her schnell gefunden – Sau Paulo Rio de Janeiro. :) Von Brasilien aus sollte es nach Argentinien gehen, dann durch Patagonien bis nach Feuerland und auf chilenischer Seite wieder hoch. Bevor ich dann irgendwann in Panama in Mittelamerika lande, sind noch Peru, Ecuador und Kolumbien zu durchqueren – drei Laender bei denen ich mir absolut keine Sorgen mache, habe ich sie doch schon vor knapp vier Jahren bei einem ersten Suedamerika-Trip mehr oder weniger intensiv kennen- und liebengelernt.

Nach einem zunaechst aus Zuerich nach Frankfurt umverlegten und dann durch Personenschaden etwas hektischem Abflug, schwebte ich ueber die Heathrow-Kathedrale kommend (immer wieder toll diese Stadt – schon gar aus der Luft) am Abend des 1. November nach Rio ein. Am Flughafen warteten schon Julia und Alex, erstere geschaeftlich unterwegs und aus Sau Paulo kommend fuer 3 Tage, und Alex mit seinem Jahresurlaub im Gepaeck und spontan als mein Reise-Buddy fuer die ersten 3 Wochen Brasilien/Argentinien.

Ein Hostel in Ipanema (Harmonia) war als erstes Domizil auserkoren, Chris der Besitzer aus Schweden und seine Kollegin Marte aus Norwegen hatten ein gemuetliches und charakterstarkes Heim daraus gebastelt, in dem wir uns sogut wie sofort wohlfuehlten und die Ankunft in der Eckkneipe erstmal mit Brahma und Caipi begossen. Die naechsten Tage in dieser eigentlich erst durch die typisch bewaldeten und doch so runden Huegel schoenen Stadt waren gepraegt von den typischen Sehenswuerdigkeiten kombiniert mit ein paar Local-Tipps und Strand. Der Zuckerhut und die die Jesus-Statue waren allein wegen der Aussicht phaenomenal wenn auch schweineteuer (wie ueberhaupt vieles in diesem Land), der Strand von Copacabana und Ipanema allein durch die Wellen und den staendigen Skol-Staenden schon lohnenswert, das Lapa-Streetfestival durch sein sagenhaftes Gewusel eine gute Wahl, und die Favelas von Rocinha durch eine sehr gute Tour von Marcelo ebenso ein Highlight (er hat die Favela-Touren erfunden und ist bis heute bestes vernetzt in diesem Ort, wo ein alleiniger Ausflug hin sonst wohl reinen Selbstmord bedeuten wuerde – ueberhaupt, eine Woche nach unsere Tour dort wurde exakt diese Favela von mehreren tausend Polizisten gestuermt und bis heute besetzt -> spiegel.de).

Es war ein toller Start fuer vier Tage an dessem Ende ein Weiterflug zum suedlich und an der Grenze zu Brasilien und Paraguay gelegenen Foz do Iguaçu stand. Die Taxifahrt dorthin verlangte nochmal starke Nerven. Ein Fixpreis und damit Zeit=Geld noetigten unseren Taxifahrer zunaechst einmal dazu Schumacher zu imitieren und mit 200 Sachen durch die Stadt zu brausen und gleichzeitig noch in der Anfahrt zu den Terminals bei ca. 100 Sachen den Zuendschluessel zu ziehen, mit der Schluesselfernbedienung hinter sich auf den Kofferraum zu zielen und wahrend der Fahrt schon zu oeffen, und ihn dann wieder ins Zuendschloss zu stecken damit die hydraulisch unterstuetzte Bremse wieder funktionierte bzw. das Lenkradschloss nicht einrastete – eine perfekte Choreographie die bleibende Taxipanik hinterliess… ;)

Jörg Denkel

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