Das wissenschaftliche Zentrum Europas…

…war im späten 16. Jahrhundert die Insel Ven. Diese gehört inzwischen zu Schweden, liegt im Öresund (zwischen Dänemark und Schweden) und beherbergte zu diesem Zeitpunkt einen dänischen Astronom namens Tycho Brahe (1546-1601), welcher von seinen dort erbauten Forschungszentren Schloß Uranienborg und Sternwarte Stjerneborg jede Nacht erneut den Himmel beobachtete.

Als wir Ende September an einen verflucht schönen Spätsommertag mit unserem Kurs dorthin aufgebrochen sind, wußte ich von alldem noch garnichts. Mit dem Zug bis nach Landskrona, kurze Besichtigung, weiter mit der Fähre hinüber zum Hafen Bäckviken eben dieser Insel und weiter mit dem Bus zum Inselinneren. Und zwei Stunden später hatten wir eine tolle Führung in einem ebenso tollem Museum erlebt und wußten Bescheid über die frühe Astronomie im damaligen Europa.

Tycho & ich... Bisher konne ich mit Galilei, Kopernikus und Kepler etwas anfangen, nun hat sich das Puzzle vervollständigt. Denn Tycho Brahe war garnicht so unwichtig, wie er eigentlich klingt. Denn er lieferte aufgrund seiner zu diesem Zeitpunkt sehr, sehr genauen Beobachtungen (und das ohne Teleskop, denn das war noch nicht erfunden!!) wichtigste Grundlagen, welche sein Assistent (!!) Johannes Kepler nach Tychos Tod dazu nutzte, die Keplerschen Gesetze mal eben aus dem Ärmel zu schütteln. Diese fundametalen Gesetzmäßigkeiten, welche die Planetenbewegungen begründen, sind immernoch wichtigster Bestandteil der heutigen Astronomie.

In der Galerie finden sich einige Bilder von diesem Tag, die wichtigesten Namen sind ausserdem mit Wikipedia verlinkt, um tieferes Selbststudium zu ermöglichen. :) Aber nicht nur, dass die wissenschaftliche Geschichte Europas hier entscheidend geprägt wurde, auch landschaftlich bietet die Inseln unbeschreibliches. Meine Mitbewohnerin Elisabet meinte nach Rückkehr und Berichterstattung meinerseits: “The most beautiful place in Sweden, I know so far…” – und sie ist Schwedin!! | zu den Bildern…

Jörg Denkel

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