Panama - Panama City: view by night from Casco Viejo towards the new town

Panama

Panama City (10-21. April 2012):

Panama - Panama City: View from Casco Viejo towards the new part

Panama – Panama City: View from Casco Viejo towards the new part

Panama City, Hauptstadt des Landes und mit 800.000 Einwohner gleichzeitig größte Stadt des 3,3 Millionen Staates, erinnert viele aufgrund der markanten und modernen Hochhäuser-Skyline an eine Art kleines Miami. Beurteilen kann ich das nicht, war ich doch noch nie in Miami. Beeindruckend ist es aber allemal, sowohl wenn man einfährt, sich in der Altstadt mit eben diesem Blick auf die gegenüberliegende Bucht aufhält, oder aber durch das Hochhäuser-Meer direkt wühlt. Geplant waren für diesen kleinen Moloch 2 Tage, um dann den Absprung weiter Richtung westlichen Teils Panamas und anschließend in Richtung Costa Rica zu schaffen. Aber wie immer wenn ich recht schnell weiter will, kommt es anders als gedacht. Und so wurden aus 2 Tagen ganze 11 Tage. Begonnen für eine Nacht im Luna’s Castle Hostel in der wunderschönen Altstadt Casco Viejo, war mir dieses Hostel schon eine Nacht später ein Dorn im Auge. Wunderschöne Lage, toller Aufenthaltraum mit Balkon und Blick auf die Skyline, aber arogante Rezeption und unheimlich schlechte, unbelüftete, laute und heiße Dormitories.

Panama - Panama City: Magnolia Inn in Casco Viejo

Panama – Panama City: Magnolia Inn in Casco Viejo

Während ich inzwischen selbst bei ignoranten und aroganten Rezeptionist(inn)en meinen Weg gefunden habe, mit genügend um das Maul geschmierten Honigs doch meine Interessen und Wünsche durchzusetzen (die Schiene “ich bin bezahlender Kunde und ihr habt zu machen was ich will”, wie in Hotels durchaus funktionabel, zieht in Hostels weltweit mal so gar nicht), bin ich gegen schlechte Dormitories genauso machtlos wie jeder andere. Da bleibt einem nur übrig auszuziehen – leider ist Panama City mit Top-Hostels nicht gesegnet, ganz im Gegenteil: reihenweise Schrott. Per Zufall landete ich also in einem Hotel/Hostel um die Ecke vom Mondschloß: das Magnolia Inn. Cherie & Reggie, ein pensioniertes amerikanisches Ehepaar, hatten es erst Wochen zuvor eröffnet. Drei Stockwerte für alle Arten von Gästen. Penthouse, Hotelzimmer, Dormitories. Und Klimaanlage, eine technische Erfindung ohne die Panama City zu dieser Jahreszeit und dieser Hitze & Luftfeuchtigkeit einfach nur quälend mühsam ist. Ryan & Wendy und auch Steven, welche allesamt am Tag vorher kein Bett mehr im Luna’s Castlebekommen hatten, hatten dieses Schmuckstück schon einen Tag früher genießen dürfen – ich blieb dafür umso länger.

Panama - Panama City: constant change in Casco Viejo

Panama – Panama City: constant change in Casco Viejo

Denn die Altstadt Casco Viejo hatte im Gegensatz zu dem Rest von Panama City ein fantastisches Flair, welches hauptsächlich an der Authenzität der kolonialen Gebäude und ihrer Bewohner lag. Gleichzeitig wurde aber auch an jeder Ecke gebaut – Immobilienunternehmen kaufen im Moment im großen Stil Gebäude auf, zwangsräumen und renovieren sie, und verkaufen sie anschließend an reiche Ausländer für Boutiquen, Restaurants, Büros, oder eben Hotels. Diese traurige Entwicklung fördert einen Kontrast zutage, der im Moment beide Seiten relativ ausgeglichen repräsentiert und eine tolle Mischung darstellt um durch die Altstadt zu schlendern. Im Moment wie gesagt, in zwei-drei Jahren wird das Verhältnis wohl zu Gunsten der Ausländer gekippt sein und die Stadt eher künstlich und unecht daher kommen. Man darf gespannt sein – ich bin froh jetzt da gewesen zu sein um diesen Wandel und das passende Verhältnis noch mit eigenen Augen zu sehen. Steven plante von vornerein eine Woche in Panama City zu bleiben, denn seine Freundin Andrea aus Chile kam eine Woche später für eine gemeinsame Reise nach El Salvador eingeflogen. Und so gestalteten wir die nächsten Tage mehr oder weniger gemeinsam. Mir war vieles nicht bewußt von Panama, zu spät bzw. noch garnicht hatte ich mich mit Mittelamerika beschäftigt.

Panama - Panama City: Panama Canal

Panama – Panama City: Panama Canal

So wußte ich auch nicht, dass der Panama Kanal direkt westlich neben der Stadt lag und simpel mit dem Taxi zu erreichen war. Genauer gesagt die Miraflores-Schleuse, denn der Kanal besteht aus insgesamt drei Schleusen, verteilt von der Karibik bis zum Pazifik. Absolut beieindruckende Ingenieurskunst, gepaart mit spannender französisch-amerikanischer Geschichte, wo man einmal mehr sieht, als was die USA Mittelamerika lange betrachtet hat – als eigenen Vorgarten. Technisch noch viel beeindruckender ist der neue Kanal, an dem nach einer Volksabstimmung vor einigen Jahren inzwischen munter gebaut wird – Panama will seine Gelddruckmaschine (ein einzelner Frachter kann hier schonmal ne halbe Millionen Dollar an Gebühren in die “staatlichen” Kassen spülen) erhalten und dem Trend nach immer größeren Frachtern endlich gebührend antworten um noch mehr zu verdienen. Kein Wunder, dass die USA erst im Milleniumjahr 2000 den Kanal komplett an Panama zurückgegeben hatte, zu groß war wohl auch die finanzielle Versuchung neben der territorialen Herrschaft der Kanalzone. Überhaupt, amerikanischer geprägt geht kaum. Neben fetten SUVs, die die Straßen unsicher machen, ragen große Malls und Kinocenter in die Höhe, ausgestattet mit riesigen Foodcourts der üblichen Fastfood-Verdächtigen und so schade es auch immer wieder ist: adipöse Amerikaner die mit Dollars um sich werfen und so dem Stereotyp voll entsprechen. Die Regierung macht es den Ausländern aber auch schmackhaft und einfach: hier kann man unabhängig vom Alter als Pensionär gelten – der Kontostand reicht aus und verschafft einem Zugang zu zahlreichen Vergünstigungen in diesem Land.

Panama - Panama City: view by night from Casco Viejo towards the new town

Panama – Panama City: view by night from Casco Viejo towards the new town

So abstoßend dies auch manchmal ist, umso mehr wird auch der heimische, innere westliche Schweinhund bedient. Riesige Kinosäale mit ultrabequemen Sesseln und schöne auf englisch getrimmte Pubs mit Pintgröße ließen Steven und mich den ein oder anderen Abend im Kino und Pub versumpfen. Danach per Taxi ins klimasierte Luxus-Hostel – so ließ es sich leben. Für dieses arbeitete ich nebenher noch ein wenig als Übersetzer, um die ein oder andere Nacht (immerhin 15 Dollar) nicht bezahlen zu müssen – das erste Mal seitdem ich 7 Monate zuvor gekündigt hatte. Billigstes Ceviche (roher Fisch oder Meeresfrüchte in einer Limonen-Koriander-Zwiebel-Mischung) direkt am Fischereihafen und nur 5 min vor der Tür rundeten die tollen und erholsamen Tage in dieser Weltstadt ab und erinnerten daran, dass man eben doch nicht zurück zu Hause oder in den USA ist. Und genau deswegen versuchte ich mich nach 1 1/2 Wochen endlich aufzuraffen um den Rest von Panama zu entdecken.

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Um zum letzten Mal, weil’s seine Videos so schoen sind. Gunnar hat hier seine Reise begonnen kurz vor dem letzten Jahreswechsel und auch in dieser Stadt eine wilde und faszinierende Mischung aus Eindruecken gesammelt. Schaut’s Euch an – Panama City wie es leibt und lebt…


Boquete (22-24. April 2012):

Panama - Boquete: hot springs!!

Panama – Boquete: hot springs!!

Per Nachtbus ging es am Abend des 21. April 2012 vom riesigen und gut organisierten Hauptterminal nach David, zweitgrößte Stadt des Landes und Umschlagplatz im Westen des Landes. Von dort war das eigentliche Ziel Boquete, welches nochmal 1 1/2h Chicken-Bus bedeutete. Dieses kleine Städtchen im Hochland von Panama ist berühmt für seinen angeblich landesbesten Kaffee und seinen Cloudforest, in dem man wunderbar und mit mildem Klima wandern kann. Nebenbei ist das 6.000 Seelen Nest recht verschlafen, was wiederum zu Erwähnungen in amerikanischen Rentermagazinen geführt hat, und so die letzten Jahre eine Menge an amerikanischen Pensionären in die Stadt gespült hat – unglaublich was ein paar Zeilen ausmachen bzw. ein Stadtbild nachhaltig prägen können. Naja, 2 Tage waren hier eingeplant und es blieben 2 Tage. :) Ich war allerdings immernoch im “Panama City Tranquilo Modus” und schaffte es so nichtmal eine Kaffeefinka oder den Cloudforest zu besuchen. Aber so ist das nunmal: nach 6 Monaten reisen wiederholt sich vieles und sich immer wieder selbst zu motivieren ist nicht das einfachste. Was dagegen hilft sind keine neuen Eindrücke zu sammeln und “auszuruhen”, so blöd und unverständlich das jetzt auch klingt für Nichtreisende. Es ist wichtig! In meinem Freundeskreis ernte ich für diese Lieblingsthema von mir (Reise-Burnout!) immer wieder ein müdes oder süffisantes Lächeln – Luxusprobleme eines Travelers halt. An diesem Boquete Abend im wirklich gemütlichen Hostel Refugio del Rio erlebte ich aber mal wieder, wie es auch ausgehn kann, wenn man solche innernen Zeichen mißachtet. Laura, eine junge Französin, halbes Jahr intensiv und voller Begeisterung Südamerika bereist, keine Pausen, und nun in Mittelamerika kolabiert, keine Lust mehr auch nur einen Meter an einen anderne Ort zu bewegen, nur noch Struktur und Gewohntes wollend, und vor allem: von allen Seiten nicht ernst genommen zu werden. Sie hat die Zeit, sie hat das Geld, aber mental würde sie am liebsten nur schreien. Nicht mehr bereit für einen einzigen weiteren Ort, für einen einzig weiteren Menschen, für einen einzig weiteren Eindruck. Einfach ausgebrannt. Auch Peter und Sinje waren zwei Refugio-Gäste, mit denen ich es am nächsten Tag wenigstens mal raus zu den 1h entfernten Hot Springs schaffte. Leider schien ausgerechnet hier die Sonne und sorgte dafür, dass wir eher im nebendran vorbeifließenden Gebirgsfluß badeten, als uns in die doch recht heißen Naturpools zu legen.

Panama - Boquete: preparing with the Mamallena shuttle for Bocas del Toro

Panama – Boquete: preparing with the Mamallena shuttle for Bocas del Toro

Gleichzeitig merkten wir, dass unser nächstes Ziel das Gleiche war. Beide wollten wir wieder an die Karibikseite nach Bocas del Toro, einer Inselgruppe nahe der Grenze zu Costa Rica. Und so endeten wir am nächsten Morgen zusammen im Mamallena-Shuttle, welches über die wunderschöne Calle de las Montañas direkt nach Almirante durchstach. Unser Fahrer war ein eigentlich wegen der Nenbensaison anders beschäftigter Tourguide und so gab es zu jedem Berg & Hügel, Staudamm, Baum & Vogel eine eigene interessante Geschichte. Die Fahrtzeit verflog im Nu und bevor wir uns versahen, saßen wir auch schon bei strömenden Regen im Wassertaxi von Almirante nach Bocas, um die zweite karibische Inselwelt nach den San Blas Inseln unter die Lupe zu nehmen.

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Bocas del Toro (24-27. April 2012):

Panama - Bocas del Toro: water-taxi from Bocas Town to Isla Bastimentos

Panama – Bocas del Toro: water-taxi from Bocas Town to Isla Bastimentos

Bocas del Toro ist ein Archipel von ca. acht recht großen Inseln, welche die Bay of Almirante von der offenen Karibik trennen. Für viele ist es die Location schlechthin in Panama, für manch andere ein willkommener Zwischenstopp auf den Weg nach Costa Rica. Bei mir traf zweiteres zu, denn Karibik hatte ich inzwischen eigentlich genug gesehen (ja, auch das geht). Bocas Town auf der Hauptinsel Colón ließen wir gleich mal links liegen und schnappten uns ein Wassertaxi auf die Nachbarinsel Bastimentos – diese sollte laut Erzählungen ruhiger, untouristischer und schöner sein, beste Voraussetzungen also für die ersten zwei Nächte. Wir checkten im Bocas Bound im Red Frog Ressort ein und checkten gleich mal den naheliegenden Red Frog Beachaus. Ein fantastischer Strand mit nur einem Problem: Regen. Und solch schicke Karibikinseln mit Bilderbuchstränden haben eines gemeinsam: mit Regen sind sie unbrauchbar und man sollte zumindest eine nette Ferienwohnung nebenbei haben.

Panama - Bocas del Toro: Turtle Beach (next to Red Frog Beach) on Isla Bastimentos

Panama – Bocas del Toro: Turtle Beach (next to Red Frog Beach) on Isla Bastimentos

Mein Dormitory hatte allerdings mehr was von einer feuchten Höhle. Umso erfreuter war ich allerdings am zweiten Tag über Regen. So hatte ich immerhin kein schlechtes Gewissen, das Wassertaxi zur Hauptinsel zurück zu nehmen, mir eine gemütliche Bar zu suchen um mitanzusehen wie Bayern Real aus der Champions League rauskegelte und sich damit für das Finale dahoam anmeldete. Durch das Elfmeterschießen erwischte ich grad noch so das letzte Wassertaxi zurück zur Insel Bastimentos, nur um am nächsten Morgen direkt wieder zurück zur Hauptinsel in ein Hostel zu ziehen. Die zwischenzeitlich aufgezogene Sonne motivierte mich zu einer spontanen Schnorchel-Tour zur Zapatilla Region, schönste Schnorchel-Ecke des Bocas Archipels. Die Sonne hatte sich inzwischen zur typisch panamesischen (oder panamanischen?) Killersonne gewandelt und selbst bei Faktor 60 waren Verbrennungen ersten Grades nur eine Frage der Zeit. Peter und Sinje, ebenfalls mit an Schnorchel-Bord mußten wegen eines Rückflugs nach Panama City früher zurück zur Hauptinsel Colón und so schloß ich mich kurzerhand an und verkürzte das Schnorcheln. 2h im Wasser Fische von oben anschauen reicht einfach – wie kann man sowas einen ganzen lieben langen Tag machen?! Den Nachmittag erkundete ich noch ein wenig Bocas Town (garnicht so abgefuckt wie ich dachte), buchte ein Shuttle für den nächsten Tag nach Puerto Viejo, Costa Rica, und zog am Abend noch ein wenig mit Peter (der Sinje zwischenzeitlich erfolgreich zum Flughafen gebracht hatte) um die Bocas-Häuser.

Pamama - Bocas del Toro: waiting for the water taxi from Bocas Town to Adminrante

Pamama – Bocas del Toro: waiting for the water taxi from Bocas Town to Adminrante

In Heikes Hostel schlief ich am Ende mit extra bezahlter Klimanalage besser als die meisten Leute mir vorhergesagt hatten. Wahrscheinlich auch wegen des Wissens und der Vorfreude auf ein neues Land am nächsten Tag. Dieser began in aller Frühe um 7 Uhr morgens mit dem Wassertaxi zurück nach Almirante, wo uns ein Minivan einsammelte, um uns zur 2h entfernten Grenze fuhr. Panama kassierte nochmal ein paar Dollar Ausreisegebühr, kleisterte den Reisepass mit kleinen Aufklebern und Ausreisestempel voll und schickte uns im Anschluß über die mehr als antiquierte Eisenbahnbrücke Richtung Costa Rica. Mal wieder eine Grenze der Kategorie “wenn alles so einfach wäre”. Oh wie schön war Panama

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Jörg Denkel

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