Trujillo, Chiclayo y Cajamarca

Da war ich also wieder mal allein im Norden Perus (Trujillo) und sass im Casa de Clara, welches ein recht komfortables Wohnen fuer drei Tage ermoeglichte. Die Eigentuemer und gleichzeitig durch verschiedenste Buecher empfohlenen Guides Clara Bravo und Michael White stellen sich als sehr spezielle Persoenlichkeiten heraus, bei denen ich nicht noch einmal wohnen werde. Aber bzgl. ihres Wissens war die alte Professorin Clara unschlagbar und ermoeglichte ausgezeichnete und ausgedehnte Besuche von Huaca de la Luna, Huaca del Sol, Chan Chan und tags drauf sogar mit ihrem alten VW-Kaefer zu fuenft noch nach El Brujo, wo wir dank ihrer wissentschaftlichen Beziehungen sogar an faszinierende Stellen kamen, die der Oeffentlichkeit nicht zugaenglich waren und sind. Immer mit dabei eine peruanisch-australische Familie aus Sydney mit zivilisationsbegeistertem Sohnemann Carlos, mit dem ich nach drei Naechten abends gemeinsam weiter nach Chiclayo (9. Jan ’08) fuhr. Dort angekommen wurde uns die Haesslichkeit der Stadt auf einmal bewusst und wir entschieden uns das volle Programm “Museo de Sitio Sipán“, “Museo Tumbes Reales de Sipán” und das “Museo Nacional Sicán-Ferreñafe” innerhalb eines Tages durchzuziehen (ohne Tour!!), was vollgestopfte Kombi- und halsbrecherische Taxifahrten nach sich zog, uns aber noch in der selben Nacht (10. Jan ’08) eine Busfahrt nach Cajamarca ermoeglichte.

Carlos sass zufaellig neben der Busbegleiterin Karina und organisierte uns so gleich unseren Guide fuer den naechsten Tag in Cajamarca. Ohne Schalf ging es um 7 Uhr morgens nach Ankunft also erstmal in die “Baños del Inca” (Termalbaeder) und danach zu alten prehistorischen Grabstaette, den “Ventanillas de Combayo“. Mit dabei waren auch zwei Freundinnen von Karina und so hatten wir leider ein frauentechnisches Uebergewicht, was uns beim zurueckkehren in die Stadt sogleich zum Verhaengnis wurde. Dort war naemlich Karneval ausgebrochen, und in Cajamarca feierte man den 11. Jan ’08 auf die Art und Weise, dass Jungs den fuer sie interessanten Maedels Wasserbomben hinterherwarfen (und andersrum – Paare ausgeschlossen). Da wir aber ein Linea-Maedel zuviel am Start hatten, wurde Cajamarca fuer uns alle zum Spiessrutenlauf und wir entschieden uns schnellstmoeglichst fuer ein Taxi mit geschlossenen Fenstern richtung Ceviche und anschliessender Linea-Station, wo die Maedels am fruehen Nachmittag wieder Fahrten nach Lima, Trujillo und Chimbote hatte. Carlos und ich zogen noch einmal auf eigene Faust ins Zentrum los und bildeten so nun ein Ziel fuer alle peruanischen Maedels. Trotz Vorsicht erwischte mich eine lieblaechelnde aber hinterhaeltige Goere frontal aus 50cm Entfernung und sorgte so fuer die zwei Tage spaeter anfangende Erkaeltung. Carlos reiste am Abend nach Lima ab und ich realisierte, dass von Cajamarca kein wirkliches bzw. einfaches Durchkommen nach Chachapoyas war, der Stadt, wo ich Kuélap (das Machu Picchu des Nordens, wo die Wolkenmenschen wohnten) anschauen und mich anschliessend nach Ecuador durchschlagen wollte. Und so blieb mir nicht anderes uebrig, als einen Bus am naechsten Morgen zurueck zur Kueste nach Chiclayo zu nehmen (6h) und anschliessend gleich den graesslichen Civa-Nachtbus nach Chachapoyas zu besteigen – weitere 11h mit Knieanschlag am Vordersitz…

Jörg Denkel

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