New Zealand (Picton – Queenstown)

…und ein schoener Beginn fuer die Suedinsel…

…denn mit Nadine verabredete ich mich fuer ein paar Tage spaeter in Nelson. Doch vorher hatte ich noch die Marlborough Sounds geplant, steuerte mit dem Wassertaxi von Picton aus direkt in die Lochmara Bay zur Lochmara Lodge und hatte drei super geniale, sonnige Tage dort (eines der besten Hostels in Neuseeland in meinen Augen) direkt am Queen Charlotte Track, einem der “Great Walks” von Neuseeland.

Zurueck in Picton, nahmen mich Stewart & Scott, welche ich in der Lodge kennengelernt hatte, mit Ihrem Auto bis nach Nelson mit. Es war amuesant mitanzuschauen, wie der eine Bruder mit seinen Sticheleien bzgl. der Fahrweise die sowieso schon sehr rasante Fahrt des anderen Bruders noch forcierte – und dies auf dem Scenic Drive – Kurven und Serpentinen bis zum Abwinken.

Blauster Himmel und ein Hostel namens Paradiso mit Pool, Sauna & Hot Spa machten drei Tage Nelson zu einem erholsamen Zwischenaufenthalt, waehrend welchem ich mich auch mit Nadine zusammentat (wir beide hatten keinerlei Bustickets fuer den Sueden), um bis Queenstown gemeinsam zu hitchen (Ihr kennt das Wort ja jetzt). Doch wir mussten uns fuer unsere erste Etappe garnicht an den Strassenrand stellen, sondern trafen schon im Hostel James & Michael, welche uns mit Ihrer “Suzie Experience”, einem alten Nissan Station Wagon, eine Mitfahrt ermoeglichten.

Nadine und ich hatten uns ein topgeratetes (muss man englisch lesen) Hostel mitten im Nirgendwo ausgesucht – Beaconstone, eine Oeko-Lodge mit Oeko-Duschen, Oeko-Klos und Solarenergie in der Naehe von Westport – vorbildlich und absolut komfortabel. Selbst James & Michael waren davon ueberzeugt und dies ersparte uns am zweiten Tag den muehsamen Versuch, aus dem “Mitten im Nirgendwo” auf anderem Wege wieder wegzukommen.

Eine Seehund-Kolonie und die Pancakes Rocks passierten unseren Weg, bevor wir endlich in Barrytown eintrafen, einem lang erwarteten Ziel von uns beiden. Jeder normale Traveller wuerde einen weiten Bogen um Barrytown machen, wenn es denn nicht mitten an der einzigen Strasse laege, die an der Westkueste gen Sueden fuehrt. Aber auch so wuerde jeder Traveller nicht mal im Traum daran denken, in diesem 300 Seelen Dorf auch nur eine Minute anzuhalten. Aber wir wussten etwas, was die meisten anderen nicht wussten. Barrytown ist die Messerstadt. Irgendwo musste man hier Messer machen koennen. Ganz allein und in Handarbeit innerhalb eines Workshops. Und so fragten wir uns durch, bekamen heraus, dass Stray alle Betten im einzigen Hostel von Barrytown fuer diesen Abend belegt hatte (Stray ist das einzige Busunternehmen, welches in Barrytown haelt – und das anscheinend, weil dem Boss wohl dieses Hostel gehoert), kamen per Zufall zum Hexagon (einem Hostel drei Kilometer suedlich vom Dorf) und waren dort fuer zwei Naechte die einzigen Gaeste in einem urigen Dormitory von Larry & Di, welches, wie der Name schon sagt, wie ein Sechseck aufgebaut ist. Doch zuvor meldeten mir uns noch bei Steve Martin und seiner Frau Robyn zum Workshop am naechsten Tag an. Und James & Michael, die uns waehrend der ganzen Sucherei und Organsisation so brav hin & her gefahren hatten, beeilten sich, aus Barrytown zu verschwinden – wie fast jeder, der nach Barrytown kommt.
Der Messerworkshop war grandios, Steve stelle sich nicht nur als talentierter “Knifemaker” heraus, sondern auch als hochbegabter Schwarzbrenner von seinem selbstbenannten “White Lightning”. Am Ende des Tages kannten wir noch einen neuen James, welcher in Funktion des Stray-Busfahrers uns fuer den naechsten Tag eine Mitfahrgelegenheit anbot (und das ohne Ticket – hehe) und auch sein inzwischen viertes Messer anfertigte, wurden von Steve und Robyn noch zum Essen eingeladen (das hatte ich wohl Nadine zu verdanken – sie ist eine ausgezeichnete Reiterin und verstand sich praechtig mit Robyn & Steve, beides Pferdeliebhaber und -besitzer) und nach anschliessendem “White Lightning”-Konsum (der Drink machte seinem Namen alle Ehre) fuhr uns Robyn sogar noch nach Hause und ersparte uns vier Kilometer Nachtwanderung – und in der Tasche, das Messer!!

James erwies sich am naechsten Morgen als guter & verlaesslicher Busfahrer, sammelte uns an der Hauptstrasse auf, und haette uns wohl so weit wie wir haetten wollen, mitgenommen – doch unser naechstes Ziel lag nur eine Busstunde entfernt – Hokitika, Hauptstadt der Jade. Im Bus traf ich wieder auf Christian und auch auf Andy und eine Stunde war fast zu wenig, um sich gegenseitig wieder mit den neusten eigenen Geschichten und auch den neusten Geruechten auszutauschen. Hokitika bot billiges Internet, einen schoenen Strand, einen daraus resultierenden Sonnenbrand, Sandflies, einen absolut kritischen Telefonanruf von Nadines Freund, ein gutes Abendessen, jede Menge nervende Schweizer (im Rudel sind sie grausam) und doch eine erholsame Nacht mit am nachsten Tag folgender Intercity-Weiterfahrt zum Fox Glacier – diese Mal per normalem Bus, da wir des “Hitchen” muede waren und uns endlich einmal im Bus zuruecklehnen wollte – eine Sache, die in Autos beim “per Anhalter”-Fahren nicht immer ganz so einfach ist, da die Fahrer auch eine dementsprechende gespraechige Gegenleistung erwarten. Weit gefehlt, Intercity hatte seit kurzem den Nebensatz “informative comments about the beautiful scenery from your bus driver” in Ihre Unternehmensmission aufgenommen und der Busfahrer erweiterte dies sogar noch mit Erzehlungen seines persoenlichen Lebensweges. Keine einzige Minute der 4h-Fahrt war das Mikrofon auch nur ansatzweise aus. Dann doch lieber die Schweizer im Rudel…

Skydiven – dies war mir eigentlich das wichtigste fuer diesen Ort. Hatte mich ausfuehrlich ueber jede Absprungmoeglichkeit ueber neuseelaendischen Territorium erkundigt – und jeder empfohl mir den Fox Glacier oder Wanaka (weiter suedlich). Der Nachteil war, dass ueber dem Gletscher nur eine 10%-tige Chance jaehrlich bestand, auch springen zu koennen – aufgrund des Wetter! Am Tag zuvor war es herrlich (Andy hatte mich noch aufgrund des Wetters ueberzeugen wollen, doch gleich mit zum Gletscher zu kommen – aber Hokitika wollte ich mir dann doch nicht entgehen lassen), nun zogen Wolken auf. Und meine Befuerchtungen wurden war, denn gleich nach der Ankunft bestaetigte mir der gute Mann am Telefon der Skydive-Firma, dass sie gerade vorhaetten, dass Buero zuzumachen und aufgrund einer Schlechtwetterfront, welche aus Australien auf die Westkueste zusteuerte, auch nicht mehr vorhaetten, die naechsten 4 Tage aufzumachen. Ich traf uebrigens Andy spaeter in Queenstown wieder und sah sein Video, wie er tags zuvor mit blaustem Himmel und einer atemberaubenden Suedalpen-Szenerie 45s freien Fall genoss. Und ich vebrachte “nur” zwei Naechte im Fox-Hostel mit kaputtem Hot Spa und Regen, bei welchem man dachte, das Dach bricht weg, traf die langweiligste Deutsche wieder, die ich jeh getroffen habe (sie lief mir seit der Nordinsel immer mal wieder ueber den Weg) und hatte witzige Diskussionen mit Nadine. Achja, zum Gletscher machten wir waehrend einer kurzen Regenpause auch noch einen kleinen Spaziergang (die Pause war leider kurzer als der Spaziergang) und bewunderten einen Gletscher, welcher bis 300m ueber dem Meeresspiegel herankommt. Alles andere war fuer ein Alpenkind wie mich nichts wirklich besonderes – fuer meinen englischen Gegenpart jedoch schon.

Nach zweit Tagen Fox Glacier und zwei Tagen Regen entschieden wir uns kurzfristig fuer weiterhitchen (ganz freiwillig war die Entscheidung nicht – der Bus war voll und auch das Hostel hatte keinen Platz mehr fuer uns – darueberhinaus war auch keine Wetterbesserung in Sicht und wie ich spaeter erfuhr regnete es auch noch zwei Wochen weiter), packten uns komplett mit allem was wir dabei hatten ein (fuer die, die es vergessen haben – es regnete, und das nicht zu wenig) und liefen zur Haupstrasse. Wir waren zwei Minuten auf der Haupstrasse, pitschnass und ein Mitsubishi-Camper von Sean und Venerina, einem irisch-italienischen Paaerchen, die perfekt deutsch konnten, hielt, der uns mit Abstecher in Haast (dort war es denn beiden wohl auch zu nass) direkt nach Wanaka fuhr. Sowas nennt man auch heutzutage einfach nur: Schwein gehabt. Zwei Minuten spaeter und wir waeren wohl ertrunken…

In Wanaka klaerte der Himmel auf, doch der Wind nahm zu (letztendlich der Grund, warum ich innerhalb von vier Tagen mit blaustem Himmel auf hier keinen Sprung zustande brachte). Sean und Venerina brachten uns noch zu unserem Hostel (Sean fuehlte sich gleich zu Hause und schaute sich auch noch das Rugbyspiel auf SkySports im Aufenthaltsraum an – die Fernbedienung hatte er sich gleich nach 2 Minuten gesichert), der Purple Cow, zwar nicht gesponsert aber wohl inspiriert von Milka. Eine wunderschoenes 4-Bett Appartement mit eigener Kuechenzeile und Bad, Coach, Fernseher, Mikrowelle, Kuehlschrank und vielen anderen nuetzlichen Utensilien fuer gerade mal 20 NZ$ (12 Euro). Ein Bett war schon belegt, drei noch nicht – freie Auswahl sozusagen. So eine eigene Kueche muss man natuerlich ausnutzen. Umso ueberraschter war ich, als nach erledigtem Einkauf und Rueckkehr in unsere lila Kuh ploetzlich John vor uns stand. Der gute Kerl aus Jersey, mit dem ich schon die fantastische Tageswanderung in Taupo erfolgreich verpasst hatte. Er kam gerade von einer zehntaegigen Extrem-Bergtour zurueck, hatte Sonnenbrand in seinen Nasenhoehlen und war per Zufall in unser Zimmer gekommen. Das Egebnis hiervon war natuerlich ein lustiger Abend, zu dem sich noch Stefanie, ein nettes deutsches Maedel, welches in Wellington studierte, gesellte. Der Tag drauf wurde von einem Regen-Sonne Gemisch gepraegt, daraus resultierem Internetsessions (5h!!), Spaziergaengen, Kochen (Ihr wisst schon, die Kueche!!), Felix ueber den Weg laufen, der sich der selbsternannten Reisegruppe Froehlich angeschlossen hatte – mit ihr sollte ich spaeter nochmal in Kontakt kommen – und einem Besuch des legendaeren Wanaka-Kinos, welches nur mit Sofas ausgestattet ist und verdammt gute Cookies in der Pause anbot. Und weil uns unser Appartement immernoch gefiel, verlaengerten wir noch einmal um eine Nacht, besuchten am naechsten Tag PuzzleWorld (mit einem riesengrossen hoelzernen Labyrinth, welches 2h in Anspruch nahm), wanderten auf den Mt.Iron (eine fabelhafte Aussicht mit einer unglaublichen Szenerie) mit Felix und Teilen der Reisegruppe Froehlich (Herby und Tobi aus Freiburg) und gingen am Abend grad noch einmal ins Kino – The Terminal.

Die Zeit lief uns langsam davon, wir hatten uns ein Datum gesetzt und Queenstown sollte die naechste und letzte gemeinsame Station sein. Hitchen – ein letzte Mal gemeinsam. Nach 15min hatte uns ein Rentner aufgesammelt, der uns unterwegs von seinen beiden indischen Restaurants erzaehlte, an jedem gutem Lookout anhielt, damit wir Fotos machen konnten und uns wohlbehalten in Queenstown vor unserem Hostel absetzte. Backpacker-Komplex trifft die Sache jedoch ein wenig besser. 500 Betten, aber es war tags zuvor die einzig freie Unterkunft. Immerhin war es auch das Hostel, wo Stray residierte und so liefen wir wieder Andy, John, Christian, Paul, Hels, Vicky (Freundinnen von Nadine) und auch der Reisegruppe Froehlich (die Schweine hatten sich noch ne wunderschoene Unit in einem anderen Hostel, 5 Minuten bevor wir reservieren wollten, an Land gezogen) in die Arme. Zwei Naechte waren mir in dieser Stadt, die mich eher an ein zubetoniertes Schweizer Skidorf erinnerte, genug (die Naechte waren jedoch phaenomenal). Ich weiss bis heute nicht, warum ich mir am 18.11.04 wieder ein Strayticket kaufte (vielleicht lag es daran, dass ich all die Leute wiedertraf, die Reise mit Nadine zu Ende war, auch einigen Busfahrern wieder ueber den Weg lief), jedoch startete ich Tags drauf wieder per Bus die letzte Neuseeland-Etappe, die mich ueber Te Anau, Invercargill und Dunedin bis nach Christchurch fuehren sollte – sollte, denn es kam ein wenig anders letztendlich…

Jörg Denkel

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